• lichtmetzger@discuss.tchncs.de
    link
    fedilink
    arrow-up
    7
    ·
    3 hours ago

    Die extremen Rechten verwenden bereits jetzt ihre Klarnamen im Internet, man muss sich nur 1x auf Facebook oder Instagram einloggen und sieht das sofort.

    Wie wäre es mal damit, das Verbotsverfahren der AfD endlich anzuleiern und ein öffentliches Zeichen dafür zu setzen, dass diese Menschen und ihre hasserfüllte, niederträchtige Ideologie in unserer Gesellschaft nicht willkommen sind?

    Merz so: Best we can do is weiter fleißig Symbolpolitik machen, das wird das Problem von Hass im Netz bestimmt lösen.

    Außerdem wünscht er sich mehr »Fröhlichkeit an der Arbeit«.

    Och Mensch, hör’ auf! Da werd’ ich aber langsam bisschen wild hier, langsam. Jetzt reicht’s mir langsam!

  • IratePirate@feddit.org
    link
    fedilink
    arrow-up
    14
    ·
    4 hours ago

    Die Verfechter der Anonymität im Internet seien „häufig genug Leute, die im Schatten der Anonymität größtmögliche Transparenz von anderen fordern“, kritisierte Merz.

    Falsche Analogie. Merz argumentiert, politische Kandidaten seien auch Bürger und träten unter Klarnamen auf. Deshalb zieht er den falschen Schluss, dass auch Bürger, die sich auf kein politisches Amt bewerben, mit Klarnamen auftreten müssen.

    Hierbei handelt es sich um eine Verdrehung. So herum ist es richtig:

    Politische Kandidaten bewerben sich auf ein Amt. Die Bewerbung auf das Amt macht Anonymität unmöglich: Ich kann niemanden wählen, von dem ich nicht einmal den Namen kenne. Erhalten Kandidaten im Weiteren dieses Amt, sind sie jenen Rechenschaft schuldig, die ihnen dieses Amt übertragen haben. Das macht es erforderlich, dass ihr Handeln transparent ist, um die illegitime Bedienung von Partikularinteressen (vulgo: Korruption) zu verhindern.

    Bürger hingegen, die sich auf kein Amt bewerben und keines ausüben, sind keinerlei Identifikation oder Transparenz schuldig. Sie haben ein Recht darauf, sich anonym mit politischen Informationen zu versorgen und sich so eine Meinung zu bilden. Wer befürchten muss, dass er bei der politischen Informationsgewinnung und Meinungsbildung überwacht wird, verändert sein Verhalten, trifft also keine freien Entscheidungen mehr und schränkt sich präemptiv in der Ausübung seiner Rechte ein. (Fachbegriff: chilling effect, ist verhaltenspsychologisch recht gut erforscht.)

    Ein demokratisch verfasster Staat erfordert demnach weitreichende Transparenz politischer Akteure und eine weitreichende Intransparenz der Bürger. Wer Gegenteiliges behauptet, offenbart ein fragwürdiges Staats- und Demokratieverständnis, in dem vielmehr der Staat den Bürger kontrolliert statt anders herum.

  • sp3ctre@feddit.org
    link
    fedilink
    arrow-up
    12
    ·
    5 hours ago

    Die Verfechter der Anonymität im Internet seien »häufig genug Leute, die im Schatten der Anonymität größtmögliche Transparenz von anderen fordern«.

    Was genau ist hier das Problem? Sind es nicht auch die Leute, die fleißig Steuern zahlen und berechtigterweise größtmögliche Transparenz erwarten dürfen? Versteh ich was falsch?

    Klingt für mich wie “Wenn ich meine dubiosen Machenschaften offenlegen muss, sollt ihr gefälligst auch was preisgeben!”. Dann sei halt nicht in der Politik, wenn’s dir nicht passt.

    Also wenn man schon Gründe finden will für eine Klarnamenpflicht, ist das mit einer der dümmsten. Und gleichzeitig ist es ein Bekenntnis.

    Vielleicht ist es auch wieder nur ein Ragebait-Statement. Klappt bei dem orangenen Mann auch ganz gut.

  • JoKi@feddit.org
    link
    fedilink
    Deutsch
    arrow-up
    10
    ·
    6 hours ago

    Die Verfechter der Anonymität im Internet Lobbyismus seien »häufig genug Leute, die im Schatten der Anonymität größtmögliche Transparenz von anderen fordern«.

    Ich hab das mal angepasst…

    »wenn unsere Eltern mit dieser Mentalität an die Arbeit gegangen wären, die wir heute zum Teil sehen«

    • Dann wäre Hitler nicht an die Macht gekommen?
    • Dann wäre die Kindersterblichkeit nicht so hoch gewesen?
    • Dann hätte es nicht so viele Tote im Straßenverkehr gegeben?
    • Dann wäre die Beschäftigtenquote so hoch gewesen wie jetzt?
    • Dann hätten die Arbeitgeber keine Löhne gezahlt, die eine ganze Familie ernähren?
    • Dann hätten wir nicht so viele Gastarbeiter benötigt?

    Ich kann diese Verklärung der Vergangenheit echt nicht mehr hören.

    Wenn es nach Merz ginge, solle dieser Wandel »nicht mit Zwang, nicht mit Druck, nicht mit neuen Gesetzen, sondern einfach mit Fröhlichkeit an der Arbeit« geschehen.

    So wie lächeln gegen Depressionen hilft? /s

    Aber schön zu sehen, dass Zwang, Druck und neue Gesetze doch nur was für Kinder ist und deren vielfacher Konsum von Sozialen Medien bestimmt nichts mit der heutigen Arbeitsmentaltität zu tun hat, bei der beide Eltern mit grimmigen Blick mit ihrer Lifestyle-Teilzeit die verhältnismäßig hohen Wohnkosten verdienen müssen. /s–

    • PreppaWuzz@discuss.tchncs.de
      link
      fedilink
      arrow-up
      6
      ·
      5 hours ago

      Wenn es nach Merz ginge, solle dieser Wandel »nicht mit Zwang, nicht mit Druck, nicht mit neuen Gesetzen, sondern einfach mit Fröhlichkeit an der Arbeit« geschehen.

      So wie lächeln gegen Depressionen hilft? /s

      Wir könnten alle wieder mal Klatschen.

          • KraeuterRoy@feddit.org
            link
            fedilink
            arrow-up
            1
            ·
            55 minutes ago

            Vorher ist aber eine Nummer zu ziehen! Das haben die Überfleißigen Nachkriegs-Wirtschaftswunderermöglicher damals in den 50ern auch so gemacht!

      • BigShammy80@feddit.org
        link
        fedilink
        arrow-up
        2
        ·
        4 hours ago

        Hätte ich genug Geld und Zeit übrig, um fröhliche Dinge zu tun, dann ginge ich auch fröhlich zur Arbeit.

        Aber wenn ich die Preise von Lebensmitteln, Miete, Nebenkosten, Sprit, Urlaub usw. sehe, dann vergeht mir einfach die Fröhlichkeit.

        Fritze… das sind deine Aufgaben, nicht unsere! Du willst fröhliche Arbeiter? Dann tu was!

  • aaaaaaaaargh@feddit.org
    link
    fedilink
    arrow-up
    20
    ·
    7 hours ago

    Ich habe noch nie einen Artikel gelesen, der durchgehend so falsche und leicht zu entkräftende Behauptungen aufzählt.

    • Politiker agieren mit Klarnamen als Personen des öffentlichen Interesses und erhalten dafür auch ggf. Personenschutz.

    • Ist bestimmt total super für Kinder, wenn die mit Klarnamen ins Internet gehen. Nee, da sehe ich überhaupt kein Missbrauchspotenzial.

    • Seine Elterngeneration hat ihren Wohlstand nicht mit Fleiß aufgebaut, sondern die haben Geld in den Arsch geblasen bekommen von einer durch jüdische Enteignung florierenden Wirtschaft, die nach Kriegsende einfach weiter lief.

    • mehr Fröhlichkeit an der Arbeit… Das ist übrigens sein einziger Vorschlag abseits der Forderung nach Klarnamen. Das soll ohne Druck passieren, aber trotzdem fordert er pausenlos Gesetze, die den Druck erhöhen.

    Und das alles fordert einer, der nichtmal ein gescheites Lobbyregister ertragen kann.

    • kossa@feddit.org
      link
      fedilink
      arrow-up
      13
      ·
      7 hours ago

      Seine Elterngeneration hat ihren Wohlstand nicht mit Fleiß aufgebaut, sondern die haben Geld in den Arsch geblasen bekommen von einer durch jüdische Enteignung florierenden Wirtschaft, die nach Kriegsende einfach weiter lief.

      Und Marshall Plan. Und das Steuersystem unter Adenauer/Erhard, dass mit 95% Einkommenspitzensteuersatz, Lastenausgleich, Vermögensteuer crazy umverteilt hat.

      Edit: und die crazy Lektion in Vergebung, die zumindest die westlichen Kriegsgegner erteilt haben, indem sie nicht das komplette Land für Reparationen leer geräumt haben. DAS waren mal erstaunliche christliche Werte, auch wenn sie nicht von Nächstenliebe getragen wurden, sondern von Red Scare.

  • schnurrito@discuss.tchncs.de
    link
    fedilink
    arrow-up
    31
    ·
    8 hours ago

    Der CDU-Chef sagte, die freiheitliche Gesellschaft sei in Gefahr.

    ja sag ich auch

    Verantwortlich dafür seien »Feinde unserer Freiheit, die Feinde unserer Demokratie, die Feinde einer offenen und freiheitlichen liberalen Gesellschaft«.

    auch dem stimme ich zu

    Ein Beispiel für Gefahr für freiheitliche Gesellschaft sind Forderungen wie diese. Ein Beispiel für einen Feind einer offenen und freiheitlichen liberalen Gesellschaft ist jemand, der sie aufstellt.

  • macniel@feddit.org
    link
    fedilink
    arrow-up
    3
    ·
    7 hours ago

    Mhm Klarnamen im Internet… da fällt mir immer wieder die Anekdote ein, wo Blizzard in deren Foren die Klarnamen pflicht einführte, einer (der mehrere) ihrer Mitarbeiter innerhalb kürzester Zeit gedoxxt wurden und deren Infos im Forum gepostet wurden und Blizzard wieder zurückgerudert ist.

    Ist es das was Merz zweiter Wahl will? Ist es das, was die Sicherheit im Internet stärkt? Warum ist er überhaupt Kanzler geworden, wenn er nur Scheiße fabriziert, was er auch im Sauerland als Landespolitiker machen konnte?

  • MarcomachtKuchen@feddit.org
    link
    fedilink
    arrow-up
    32
    ·
    14 hours ago

    Der CDU-Chef sagte, die freiheitliche Gesellschaft sei in Gefahr. Er habe vollkommen unterschätzt, was über Algorithmen und über künstliche Intelligenz »an gezielter und gesteuerter Einflussnahme von innen und auch und besonders von außen möglich ist an Zersetzung des Geistes unserer freiheitlichen Gesellschaft«.

    Tut mir leid Herr Kanzler. Aber das ist für mich keine Aussage von einer Person, die in solchen Zeiten unser Land führen. Wie kann man denn bitte erst jetzt davon mitbekommen?

    • JoKi@feddit.org
      link
      fedilink
      Deutsch
      arrow-up
      4
      ·
      6 hours ago

      Also bitte, das Internet ist für uns alle Neuland. /s Aber was will man von einem Kanzler erwarten, der davon schwadroniert wie vor 70 Jahren von seinen Eltern gearbeitet wurde. Sein Vater musste immerhin als Check Notes Richter arbeiten um Merz sein Studium durch ein Stipendium der Konrad-Adenauer-Stiftung zu ermöglichen.

  • Suphis@feddit.org
    link
    fedilink
    Deutsch
    arrow-up
    2
    arrow-down
    1
    ·
    6 hours ago

    Auch wenn er von jungen Menschen und Arbeitenden spricht, der Schnack ist für seine stärkste Wählergruppe: alternde Boomer. Die dürfen der CDU-Politsekte nicht vom Haken gehen.

  • IratePirate@feddit.org
    link
    fedilink
    arrow-up
    21
    ·
    14 hours ago

    Wenn es nach Merz ginge, solle dieser Wandel »nicht mit Zwang, nicht mit Druck, nicht mit neuen Gesetzen, sondern einfach mit Fröhlichkeit an der Arbeit« geschehen.

    So sieht’s nämlich aus! Ihr Amazon-Billiglöhner sollt nicht ständig nach dem Gesetzgeber krähen, um eure Arbeitsbedingungen zu verbessern, sondern mal ein bisschen Lächeln, wenn ihr auf Schicht in eure Plaste-Flaschen pisst!